Veronika, der Lenz ist da!

Dieser Beitrag ist sowohl eine Rückschau, als auch eine Vorschau. Heute hat das Frühlingssemester (Vorschau) begonnen und der Titel ist ein Beispiel dafür, dass Texte nicht nur einzelne Wörter und direkte Bedeutungen haben, sondern auch indirekte Meta-Informationen. Einige — besonders Menschen — erkennen diese “Wortkette” als Titel eines alten Liedes, andere — besonders Computer — eben nicht (Rückschau). 

Winter Intensive

In der letzten Woche hatte ich eine Intensiv-Phase mit nur einem einzigen Kurs, der aber 5 volle Tage Vorlesung bedeutete: Information Architecture for the World Wide Web. Sowas sagt nur denen etwas, die sich damit auskennen oder aber alle Teile richtig übersetzen können. Bei Computern ist es ähnlich und darum ging es in dem Kurs. Menschen können sich die Bedeutung von Texten und Bildern oftmals herleiten, Computer (oder: Suchmaschinen) brauchen dabei Hilfe. Es ging um das Semantic Web, eine Art Weiterentwicklung des bestehendes Internets, das um Informationen ergänzt wird, die für Computer lesbar sind.  Zum Beispiel könnte man den Beitrags-Titel (für Menschen unsichtbar) so kennzeichnen, dass klar wird: Dies ist ein Lied der Commedian Harmonist aus den 1930er Jahren (zum Video bei youTube).

comedian_harmonists1930

Interessant wird das bei Adressen, Terminen, Büchern, Filmen, Produkten und vielen weiteren Dingen, die von Menschen ganz einfach als solche erkannt werden. Wenn die Daten auf den Internetseiten vernünftig gekennzeichnet sind, macht es uns die Suche nach den gewünschten Informationen deutlich einfacher.

Damit ich auch einen Schein (3 Credits) dafür bekomme, muss ich noch eine Hausarbeit schreiben. Das Thema: Wie kann man RDFa sinnvoll in Web-Projekte integrieren.

Übrigens war die Vorlesung bei einem Prof, der mich vom Namen her an einen Lehrer am Gymnasium erinnert hat. Es wurde immer von Mr. Backels gesprochen bis ich irgendwann den Namen gelesen habe: Buchholz. Sehr lustig. Da wurden Erinnerungen wach … aber: er ist in keinster Weise wie der berühmte Verler Geschichtslehrer.

Übrigens 2: Statt dem deutschen “We-we-we” für Internetseiten muss man hier “Dabbeljuh-dabbeljuh-dabbeljuh” sagen, was mich an den Zungenbrecher Fischer’s Fritz erinnert. Als Abkürzung sagt man “Dab-dab-dab”, oder auch “Three-Dab”.

Spring Semester

Das neue Semester hat heute angefangen. Gestern war Martin-Luther-King-Day, also frei. Ich habe mich dieses Mal für folgende Kurse (frei übersetzt) entschieden:

  • Usability messbar machen (Measuring the User Experience)
  • agiles Projektmanagement mit SCRUM (Managing a User-Centered Design Team)
  • Verhandeln (Negotiating)

Letzteres ist ein Wahlpflichtfach aus dem Business-Bereich. Ich lese dafür grad das Buch Getting to Yes. Es dreht sich nicht nur um Verhandeln im Beruf, sondern um jegliches Verhandeln bis hin zum Autokauf oder dem Zeitpunkt, wann die Kinder am Samstag im Bett sein sollen. Es ist also durchaus für alle Lebenslagen nützlich. Ein Beispiel daraus, das jeder nachvollziehen kann:

Zwei Kinder streiten sich um die letzte Apfelsine, die von Weihnachten übrig geblieben ist. Die Mutter entscheidet fair, dass jeder eine Hälfte bekommt. Das eine Kind isst die Frucht und lässt die Schale liegen. Das andere Kind nimmt sich die Schale und nutzt sie mit ihrer Hälfte für einen Kuchen. Fazit: Die Interessen der Verhandlungspartner sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar.

Ein weiteres Beispiel dreht sich um Methoden, Probleme zu lösen:

Es ist nur noch ein einziges Brötchen über und zwei Geschwister wollen jeweils eine Hälfte haben. Wie aber kann man es möglichst gerecht teilen, wenn die Mutter nicht da ist? Die Lösung: der eine schneidet und die andere entscheidet dann, welche Hälfte sie haben möchte. So ist der “Schneider” gezwungen, das Brötchen möglichst so zu teilen, dass er mit beiden Hälften zufrieden wäre.

Persönliches ;-)

Ich möchte außerdem dem Wunsch vieler nachkommen, mal etwas über mich selbst zu schreiben.

Mir geht es im Moment sehr gut. Im Gegensatz zum ersten Semester, bei dem so vieles unklar war, kenne ich ja jetzt schon den Ablauf hier. Ich habe mein Apartment und Zimmer eingerichtet und einen gewissen Rhythmus. Ich habe zudem nicht 4, sondern nur 3 Kurse genommen, weil ich mir etwas weniger Arbeitslast antun möchte. Es ist vielleicht nicht immer die durchgehende zeitliche Belastung, die nervig ist, sondern eher der ständige Druck, noch dies und das machen zu müssen. Entgegen meiner Erfahrungen aus der FHDW-Studienzeit muss ich hier viel für die Vorlesungen vorarbeiten (manchmal über 100 Seiten lesen) und nacharbeiten, sodass reine Vorlesungszeit eher nebensächlich ist.

Dass ich Birgit nicht hier bei mir habe, ist zwar nicht schön, aber der Zeitraum ist absehbar. Skype (Video-Telefon) hilft uns, den Kontakt aufrecht zu halten. Wir haben meist einen Kaffee/Tee dabei und unterhalten uns über alles mögliche. Dabei spielt die Mimik eine wichtige Rolle. Es klappt wirklich besser als Telefonieren, weil man sich nicht nur auf den Wortlaut und Tonfall konzentrieren muss, sondern auch die Gesichtszüge dabei sieht. Außerdem kann ich ihr alle Sorgen und Probleme, die mal auftreten, mitteilen. Das ist mir sehr wichtig. Den Kulturschock, den man uns in der Einführungswoche für etwa die Mitte der Studienzeit prophezeit hat, konnte ich durch ihr Zuhören bestimmt ersatzlos an mir vorübergehen lassen. Da haben die Chinesen es schon schwieriger …

Was ist noch nicht klar?

  • Vielleicht gehe ich im April und/oder im Mai auf eine Konferenz.
  • Vielleicht kommt Birgit nochmal “vorbei” (oder ich nochmal nach Deutschland), bevor ich hier fertig bin. Das hängt auch von der München-Konferenz ab. Vielleicht lässt sich da was verbinden.
  • Vielleicht mache ich im Sommer noch ein Praktikum — mehr verrate ich aber noch nicht ;-) — wenn es klappt, wird es gut.

Verhandelnhttp://www.comedian-harmonists.de/texte.htm#veronika

http://www.youtube.com/watch?v=CwcmWBFPicA

2 Kommentare zu “Veronika, der Lenz ist da!”

  1. Tobias 20 Januar 2010 at 03:25 #

    Schön mal wieder was von dir zu hören. Hast dir ja gut Zeit gelassen ;-) . Praktikum im Sommer? Du heuerst doch wohl nicht bei Apple an :-D

    Gruß von deine(n/m) Bürokollegen!

  2. Moni 25 Januar 2010 at 06:13 #

    Super mal was persönliches:-) Das andere ist aber auch immer super interessant vor allem denglish:-) Liebe Grüße aus Verl
    Moni

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