WG vs. Wohnheim

Diese Entscheidung hatte ich glücklicherweise, bevor ich nach Bentley gekommen bin. Warum? Weil „man“ meinen Wohnheimantrag verbaselt hat. Das hat mir erst ein ziemlich unsicheres Gefühl gegeben, weil ich dachte, dass alles klar ist, bevor ich ins Flugzeug steige. Kein tolles Gefühl, aber ein bisschen Aufregung schade ja nicht, oder?
Ich habe schnell meine gespeicherten Kontakte abgeklappert, um noch ein freies WG-Zimmer zu finden. Das ging auch zügig bei einem IT- und einem MBA-Studenten. Dann meldete sich auch das Wohnheim und hat mir mein Zimmer bestätigt. Ich habe es dann so vereinbart, dass ich mir erst die WG anschaue und dann die Wohheim-Entscheidung treffe. Gut, dass ich es so gemacht habe! Ich hätte mich fast blind für die WG entschieden, nur um mit mehreren Studenten zusammen zu wohnen.

Wie man von seiner Vorstellung getäuscht werden kann …

Nach der Ankunft in Waltham, habe ich mit Phil, dem IT-Typen, telefoniert. Vorher habe ich ihn – man mag es mir verzeihen – intensiv gegoogelt. Auch seine Mails habe ich nochmal genau gelesen und dann gemerkt, dass er kein Student, sondern schon „Professional“ ist, also berufstätig. „Schon“ ist auch gut gesagt, bei einem geschätzen alter von 50! Dieser alleinstehende (und arbeitslose) Programierer hat mich abgeholt und mir seine Wohnung und mein zukünftiges Zimmer gezeigt. Ich war nicht wirklich begeistert, zumal das Haus 3 km von der Uni entfernt ist und die öffentlichen Verkehrsmittel in etwa so wie in Verl sind. Die Bushaltestelle ist auch fast 1 km entfernt und der Bus fährt nur Mo-Sa. Dazu kam noch, dass das Zimmer nicht möbliert ist.

Meine Entscheidung war also ziemlich schnell klar und basierte auf diesen Tatsachen:

  • keine Studi-WG, sondern ein „Selbstständiger“ Typ mit Studenten, auf dessen Geld er angewiesen ist, und der das Zimmer – wie sich später herausstellte – überteuert anbietet.
  • schlechte Busverbindungen Richtung Bentley und Boston
  • noch keine Möbel
  • etwas lockereres Handhaben der Putzmittel und des Staubsaugers.
  • Klimaanlage nur, wenn ich sie mir auf dem Wohnzimmer nach oben hole, was aber nicht sehr praktisch ist.

Jetzt bin ich in einem tollen, sauberen, großen und angenehmen Wohnheim, das über ein Shuttle (alle 20 Min) mit dem Campus verbunden ist. Mein Mitbewohner ist eher ruhig, kann aber anscheinend gut kochen. Jedenfalls hat er alle möglichen Küchenutensilien mitgebracht. In den Genuss bin ich aber noch nicht gekommen. Da ich auf dem Weg nach New York bin (hier im Bus gibt es WLAN und Steckdosen!), kann ich Fotos erst später online stellen.

Ein Kommentar zu “WG vs. Wohnheim”

  1. Kathi 6 September 2009 at 21:39 #

    „(hier im Bus gibt es WLAN und Steckdosen!), “ YOU’RE kidding!!!! 8-0

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