You’re Fabian? Great!

Ich bin angekommen. Endlich! Allerdings war der Flug länger als ich gedacht habe. Trotzdem ist alles reibungslos verlaufen und ich habe mir mal wieder mehr Gedanken/Sorgen gemacht, als nötig war.
In Paris hat das Umsteigen ohne Probleme geklappt. Ich habe mir zwar alle möglichen Pläne für den Fuß- und Busweg ausgedruckt und nochmal genau angeschaut, aber letztendlich bin ich doch den Schildern gefolgt. Nach 20 Minuten in der Schlange zum Boarding saß ich auch endich drin, in einer 4er-Reihe, die nur mit zwei Personen belegt war.

Aber ich hatte mich zu früh über das erweiterte Platzangebot gefreut. Ein französischer Papa hatte seinen 10-jährigen Sohn und dessen Freund so lieb, dass er sie auf den Extraplatz in meiner Reihe hat setzen lassen. Die beiden waren ununterbrochen mit ihrer Nintendo-DS, dem iPod, einem Macbook Pro oder einem portablen DVD-Player beschäftig. Der Vater kam auch jedesmal nach hinten, wenn auf den Monitoren in Flugzeug ein neuer Film anfing, um die Kinder darauf hinzuweisen. Ich kam mir selbst schon etwas reizüberflutet vor, obwohl ich nur neben dem Jungen saß. Manchmal denkt man in solchen Situationen, dass man es später mit seinen eigenen Kindern anders machen würde …

Air France bietet wirklich guten Service. Das Essen hat mir gut geschmeckt und die Flugbegleiter waren auch sehr nett. Die beiden Jungen haben dann auch irgendwann nicht mehr gestört. Bis zum dem Zeitpunkt, als mich ein kalter Schock aus dem Filmschauen riss: Die abgestandene Cola ist durch das Rumgehampel des jungen Franzmanns endlich entsorgt worden. Leider aber über meine Hose. Ich habe die Cola schon länger stehen sehen und zwischendurch immer gedacht: Ich könnte ihn fragen, ob ich die wegschmeißen soll, aber ich kann ja kein Französisch und er bestimmt kein Englisch. Hätte ich mal …

Am Flughafen ging die Einreise völlig unproblematisch. Alle waren sehr nett und die Fragen waren auch nicht so blöd. Ich wusste ja schließlich auch schon, was ich antworten werde. Nach einigem Warten auf das Gepäck, war ich ziemlich schnell draußen und auch schon beim „Dispatcher“ von Ultimate Shuttle, dem Taxi-Service, den ich vorab aus Deutschland gebucht hatte. Der Weg zum Hotel könnte sonst zu einer unnötig teuren oder aber schwierigen Fahrt werden. Der Dispatcher ist ein Typ mit Hemd, Stoffhose und Klemmbrett, der mich auch schon mit „You are Fabian? Great!“ empfing. Hmm, das macht Laune. Nicht so kalt wie man es vielleicht aus Deutschland kennt: „Nachname? Aber den schweren Koffer müssen Sie schon selbst einladen“.

Bis dahin habe ich mich pudelwohl gefühlt. Das richtige Amerika kam aber bald mit der Klimaanlage: Eisig-kalt. Sie hat mir (wie in Los Angeles damals) ins Gesicht gepustet und ich habe mich mit meinem eigentlich nicht notwendigen dicken Pullover vor der künstlichen Kälte geschützt. Glücklicherweise war einer Mitfahrerin auch kalt und der Fahrer hat die AC runtergedreht. Je mehr wir aus Boston rausfuhren, desto komischer wurde mir: Wie weit weg ist das denn? In Waltham ist wirklich nicht so viel los verglichen mit Boston-City. Das Hotel ist dann nochmals weiter weg und hat einen güstigen Highway-Anschluss. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.

Der nächste Tag war total verregnet. Ein richtiger Tag, um zu Hause auf dem Sofa nur vor dem Fernseher zu sitzen. Das konnte ich aber nicht machen. Ich wollte eine Prepaid-Handy-Karte haben und meine unklare Wohnsituation klären. Ich musste also in der WG vorbeischauen, um meine Entscheidung „WG oder Wohnheim“ zu treffen. Wie das ausgegangen ist, erfahrt ihr in der nächsten Folge von „Der kleine Fabian fährt nach Boston“.

3 Kommentare zu “You’re Fabian? Great!”

  1. Jonas 4 September 2009 at 22:24 #

    Bloß weil wir hier nicht kommentieren, heißt das nicht, dass wir nichts lesen… 😉

  2. Michael 5 September 2009 at 09:19 #

    Tag Fabi,
    sind heute nacht nach 26 Stunden Reise auch wieder im Deutschen Lande!! Indonesien ist spitze!! Aber mehr dann mal wenn du wieder im Lande bist. Wünschen dir viel Erfolg und Spaß in den USA! Werde mal regelmäßig deine Berichte verfolgen!! Gruß Carolin und Michael

  3. Fabian 6 September 2009 at 16:43 #

    Oh Mann! 26 Stunden ist wirklich viel! Ich fand die 7,5 h nach Boston auch schon ausreihend. Hätte nicht gedacht, dass es mir doch so lang vorkommt…

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